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Centaurea - Flockenblumen

Eine Familie mit 21 Arten in der Schweiz zum genauen Hinsehen.

Text: Ulrich Senn, Fotos: Thomas Ulrich


An der „Krawatte" (Hüllblättern) kannst du sie erkennen. Alle haben ein „Körbchen" mit HüIIbIättern. Aus diesen kommen röhrenförmige oder nach aussen zungenförmige Kronblätter, die oft das Körbchen überdecken und das entscheidende Merkmal verstecken. Also immer möglichst nahe seitliche Bilder knipsen.
Zuerst die Arten, die man sofort erkennt:
Die blaue Kornblume (C. cyanus). Wenn man nach den vielen schwarzen Flächen der Verbreitungskarte in der Flora Helvetica ginge, wäre sie überall zu sehen. In unseren sauberen Getreidefeldern sind sie aber fast ausgerottet und daher eher in den Gärten zu finden. Schade, wie schön sind doch die Unkrautfelder mit rotem Mohn und blauen Kornblumen oder sogar noch Kornraden.
Nur gerade erwähnen kann man die gelbe Sonnenwend Flockenblume (C. solstitialis) sowie die blau-weisse Fussangel Flockenblume (C. calcitrapa), beide stachelig und fürs Auge eher Disteln sowie die weisse Sparrige Flockenblume (C. diffusa), alle so selten, dass ich sie in der Schweiz noch nie gefunden habe.
Die Berg Flockenblume (C. montana) ist blau und unverwechselbar. Eine Unterart Trionfettis Flockenblume (C. triumfettii) hat einen weiss-filzigen Stiel, teilweise andere Blätter und natürlich andere Schuppenblätter und kommt bei Brig und im südlichen Tessin vor.
Bei allen übrigen Arten ist ein Blick auf die Krawatte - die Hüllblätter - zu werfen. Vier Arten haben trockenhäutige, am Rande etwas geschlitzte Schuppen. Am deutlichsten sichtbar wäre das bei der Glänzenden Flockenblume (C. splendens früher C. alba) mit breitem, hellem Rand; Verbreitung im untersten Tessin. Wer hat sie schon gesehen? Ich suche sie immer noch vergeblich.
Ebenfalls im Tessin zu finden ist Gaudins Wiesenflockenblume (C. jacea ssp. gaudinii) weissfilzig und mit kleinerem, durchsichtigem Schuppenrand.


Schmalblättrige Wiesenflockenblume, Lehrpfad Erlinsbach, Foto Thomas UlrichIn unseren Wiesen ist häufig die Wiesenflockenblume (C. jacea ssp. jaccea) mit dunkeln, etwas geschlitzten Schuppen zu finden. In etwas feuchteren oder mageren Wiesen ist es die feinere Schmalblättrige Wiesenflockenblume (C. jacea ssp. angustifolia).
Nun wird es komplizierter, die weiteren Arten haben über der rundlichen oder dreieckigen Schuppe richtige Anhängsel; seien es fädige Ränder oder ganze Federbüschel. Dann ist erst noch darauf zu achten, wie sie sich überdecken.
Die Rispige Flockenblume (C. paniculata) hat 3 Vertreter. Einfach zu bestimmen ist die Walliser Flockenblume (C. valesiaca), da schaut man auf die feingegliederte Blattrosette und die rosa Blütenblätter. Die Gefleckte Flockenblume (C. maculosa) fällt einem auf, weil sie viel zierlicher ist mit hellrosa Blüten und braunen Anhängsel der Hüllblätter – zu finden im Unterengadin z.B. bei Ramosch oder im Münstertal. Im Tessin habe ich sie noch nie beobachtet. Der dritte Vertreter, die Rheinische Flockenblume (C. stoebe) scheint sehr selten geworden zu sein, wenigstens im Rheintal von Tamins bis zum Bodensee. Ich suche sie vergeblich.

Fedrige Flockenblume, Bergün, Foto Thomas UlrichNicht lange suchen muss man die Fedrige Flockenblume (C. nervosa), wohl die Schönste auf der Alpensüdseite von Graubünden bis ins Wallis. Ihr Körbchen ist eingehüllt von einem weissen Filz, den riesigen Anhängseln, und fotogen in allen Blütenstadien.
Im Unterengadin (Umgebung Zernez) kommt eine weniger wuchtige Art mit braunen fedrigen Anhängseln vor, die Perücken Flockenblume (C. pseudophrygia). Zum Verwechseln ähnlich ist die Rhätische Flockenblume (C. rhaetica) im oberen Albulagebiet. Da decken die braunen Anhängsel die grünen Schuppen nicht ganz zu. lm Übrigen scheint mir die Blütenform in der Flora Helvetica nicht typisch, meine Funde entsprechen der Abbildung bei Thommen/Becherer oder Hess/Landolt.
Skabiosen-Flockenblume, Lehrpfad Erlinsbach, Foto Thomas UlrichDie Skabiosenblättrige Flockenblume (C. scabiosa) ist wohl die häufigste Art, ihr Anhängsel ist bescheiden ein dunkelbraunes Dreieck mit Fransen. Die alpine Unterart Alpen-Flockenblume (C. scabiosa ssp. alpestris; auch im Jura) ist wuchtiger mit ihren stärker geschlitzten Blättern, dazu gibt es eine weiter feingliedrige Unterart Zartblättrige Flockenblume (C. scabiosa ssp. grinensis) auf Trockenwiesen im Wallis und Tessin. Die Abbildungen in der Flora Helvetica genügen zum Erkennen.
Die letzten zwei Arten haben es mit schwarz zu tun. Zum einen die Schwärzliche Flockenblume (C. nigrescens), vor allem im Tessin verbreitet, hat Anhängsel, die die Schuppen nicht ganz decken, und längliche Köpfe. Zum anderen die Schwarze Flockenblume (C. nemoralis früher C. nigra), diese soll im Jura vorkommen - ich habe sie noch nie gesehen – bei ihr decken die Anhängsel die Schuppen.

Alpenbergscharte, Bergün, Foto Thomas UlrichWer will, kann auch noch die Riesenflockenblume (C. rhaponticum) dazu zählen, diese wird heute jedoch Alpen-Bergscharte (Stemmacantha rhapontica) genannt. Für mich ist der Name Scharte unglücklich, da es eine echte Alpenscharte (Saussurea alpina) in 3 Formen gibt und die sehen ganz anders aus.


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Aktualisiert 23. 03. 2009

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